Lin­gu­al­re­trai­ner  

Zur Ver­mei­dung eines Rezi­divs (Rück­fall) oder der Ent­ste­hung eines ter­tiä­ren Fron­teng­stan­des (bei Erwach­se­nen) sollte der Ein­satz eines Lin­gu­al­re­tai­ners im Anschluss an jede kie­fer­or­to­pä­di­sche Behand­lung erfol­gen. Der Retai­ner sollte für ca. 4 – 5 Jahre, in bestimm­ten Fäl­len auch noch län­ger, im Mund ver­blei­ben, da eine Ver­schie­bung der Schnei­de­zähne ein gutes kie­fer­or­tho­pä­di­sches Behand­lungs­er­geb­nis funk­tio­nell und ästhe­tisch stark beein­träch­ti­gen kann. Der Retai­ner besteht aus einem extrem dün­nen, mehr­fach ver­seil­ten Stahl­draht, der mit­tels Kle­be­tech­nik von hin­ten an den Zahn­flä­chen der Schneide- und Eck­zähne befes­tigt wird.

Zeit­le­bens besteht die Ten­denz der Zähne, nach vorne zu wan­dern. Dies wird zum einen durch den Durch­bruchs­druck der Weis­heits­zähne sowie einen mög­li­chen Rest­wachs­tums­schub des Unter­kie­fers, ins­be­son­dere im Alter zwi­schen dem 18. und 25. Lebens­jahr, begüns­tigt und kann zu einer deut­li­chen Ver­än­de­rung der Schnei­de­zahn­stel­lung führen.

In den meis­ten Fäl­len sollte in Betracht gezo­gen wer­den, den Retai­ner bis ins Erwach­se­nen­al­ter – min­des­tens bis zum 25. Lebens­jahr – zu tra­gen. Der Lin­gu­al­re­tai­ner ist von außen nicht sicht­bar und wird maxi­mal 3 – 4 Tage mit der Zunge wahrgenommen.

Unter­su­chun­gen haben gezeigt, dass kein erhöh­tes Kari­es­ri­siko durch die Anbrin­gung von Lin­gu­al­re­tai­nern besteht. Eine ent­spre­chend gute Zahn­pflege mit Super­floss ver­hin­dert eine über­mä­ßige Zahnsteinbildung.