Nach Ansicht des Berufsverbandes der Deutschen Kieferorthopäden (BDK) könnte vielen Kindern eine langwierige Prozedur erspart werden, wenn die Eltern mit ihrem Kind schon im Alter von 5 oder 6 Jahren einen Fachzahnarzt für Kieferorthopädie aufsuchen würden. Frühzeitig erkannte Fehlstellungen lassen sich nämlich oft schon mit spielerischen (myofunktionellen) Muskelübungen oder einfachen Massnahmen wie einer Mundvorhofplatte oder Funktionsreglern behandeln.
Ein späterer Behandlungsbeginn birgt die Gefahr, dass man um eine Spange meist nicht mehr herumkommt. Manchmal müssen Zähne gezogen werden oder es ist sogar ein operativer Eingriff nötig.
Die Berufsverbände der Kieferorthopäden und Kinderärzte haben sich deshalb zu einer engeren Zusammenarbeit entschlossen. Nach einem interdisziplinären Prgramm untersucht der Kinderarzt die Kinder im 3., 5. und 7. Lebensjahr auch kieferorthopädisch und fahndet vorbeugend nach Zahn- und Kieferfehlstellungen.
lose Spange
Herausnehmbare Geräte werden aus Kunststoff und Spezialdrähten angefertigt. Sie wirken durch anhaltenden Druck, der von Nachstellschrauben, Drahtfedern oder Bögen ausgeht. Mit Halteklammern sitzen sie verhältnismäßig fest an den Backenzähnen des Ober- oder Unterkiefers.
Es gibt eine große Anzahl von unterschiedlichen herausnehmbaren Apparaturen. Alle haben drei Punkte gemeinsam:
* Die Art des Gerätes bestimmt der Kieferorthopäde nach seiner umfangreichen Befunderhebung und Diagnose.
* Die Farbe des Gerätes können die Kinder und Erwachsenen aus einer großen Palette verschiedener Farbkombinationen, auch mit Glitzer, selbst wählen. Auf speziellen Wunsch kann auch ein kleines Bild, ein Aufkleber o.ä. in die Zahnspange eingearbeitet werden.
* Alle Apparate wirken nur, wenn sie regelmäßig nachts und einige Stunden tagsüber getragen werden – also meist 16 Stunden täglich!
feste Spange
Festsitzende Apparaturen bestehen aus Bändern und Brackets, sowie einem orthodontischen Drahtbogen sowie aus winzigen Gummiringen, elastischen Kunststoffketten und filigranen Spiralfedern. Die Brackets werden mit einem Spezialkleber auf der Frontseite der Zähne befestigt. Sie übertragen den Druck, der von dem Drahtbogen ausgeht, auf die Zähne und die Zahnwurzeln.
Transparente Brackets
Zahnfarbene Brackets gibt es in verschiedenen Größen und Formen. Sie bestehen entweder aus Kunststoff (Glasfaser), Keramik oder monokristallinem Saphir. Sie sind vor allem bei erwachsenen Patienten äusserst beliebt, aber auch teurer als Metallbrackets. (Kosten für diese Brackets werden i.d.R. nicht von Krankenkassen/-versicherungen getragen.)
Metallbrackets
Diese Brackets gelten aufgrund ihrer guten Wirkung und geringeren Kosten als Standardbrackets. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen und Formen. Sie sind entweder aus einem Stück gegossen oder aus mehreren Teilen zusammengelötet. Sie bestehen entweder aus Edelstahl (nickelhaltig) o. aus nickelarmem Stahl (für Nickelallergiker).
Linguale Brackets
Diese Brackets sind prinzipiell mit den normalen Brackets vergleichbar. Aufgrund der Tatsache, dass sie von innen (lingual) geklebt werden, haben sie die größten ästhetischen Vorteile. Die Brackets und die entsprechenden Bögen werden für jeden Patienten und jeden Zahn individuell im Labor angefertigt und angepasst.
Gaumennahterweiterung (GNE)
Bei viel zu geringem Breitenwachstum des Oberkiefers sollte auf eine einfache “Dehnung” der Zahnreihen verzichtet werden, da diese Bewegung nur in bestimmten Wachstumsphasen dauerhaft stabil bleibt. Bei der GNE wird die Breitenzunahme des Oberkiefers dadurch erzielt, dass die beiden Gaumenfortsätze, welche in der Mitte durch eine sogenannte Sutur oder Gaumennaht getrennt sind, erweitert werden. Bis zum jugendlichen Alter ist die Gaumennaht noch nicht verknöchert, man kann sie problemlos erweitern. Bei Erwachsenen muss die GNE aufgrund der geschlossenen Knochennähte chirurgisch unterstützt werden.



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