Ein Implantat, also die neue Titanwurzel, mit seiner Suprakonstruktion, z. B. einer Krone, gleicht in vieler Hinsicht einem natürlichen Zahn; für seinen Ersatz ist es konstruiert worden. Solange der Implantatkörper fest und geschützt allseitig von Knochen umgeben ist, braucht man keine Angst zu haben, dass er sich lockert.
Voraussetzungen hierfür sind, dass das Zahnfleisch reizlos am Implantathals anliegt und die Prothese ausgeglichenen Kaukräften ohne Fehlbelastungen ausgesetzt ist.
Hochwertige Implantatversorgungen bleiben aber nur dann langfristig und erfolgreich im Mund, wenn sie einem engmaschigen Kontrollsystem (Recall) unterworfen werden. Vernachlässigt der Patient diese Kontrolltermine, werden oftmals die ersten Anzeichen eines bevorstehenden Implantatverlustes übersehen. Regelmäßige Kontrollen sind unabdingbare Voraussetzungen, einen implantatgetragenen Zahnersatz lebenslang funktionstüchtig zu erhalten.
Das Ziel des Recalls ist es, die kritischen Bereiche ständig im Auge zu behalten. Alle 3 bis 6 Monate sollte sich der Patient zu einem Recall einfinden. Hierfür erhält er einen festen Termin oder wird automatisch angeschrieben. Das Recall umfasst die Begutachtung des Zahnfleisches, die Prüfung der Implantatkonstruktion auf etwaige Lockerungen und Mängel, die Begutachtung der Prothesenfunktion, die Überprüfung der Mundhygiene und ggf. die Anfertigung von Fotoaufnahmen. In größeren Abständen schließt das Recall eine Dokumentation der Kieferknochenverhältnisse mithilfe von Röntgenaufnahmen ein. Dies ist notwendig, um einen beginnenden Knochenabbau rechtzeitig zu erkennen. Während des Kontrolltermins ist es vordringlichste Aufgabe, jede Ansammlung von Zahnstein oder Belägen um und an der Implantatkonstruktion sofort zu entfernen. Geschieht dies nicht, kommt es zu einer Zahnfleischentzündung, die unweigerlich zu Knochenabbau unmittelbar am Implantat führt. Entsprechend einer „Parodontitis“, also einer Zahnfleischentzündung am natürlichen Zahn, spricht man in diesem Falle von einer „Periimplantitis“. Tritt diese Zahnfleischentzündung auf und wird sie nicht sofort im Anfangsstadium behandelt, sind Lockerung und Implantatverlust vorbestimmt.
Anlässlich des Recalls muss auch die Suprakonstruktion auf ihre Funktion überprüft werden. Besonderes Augenmerk ist auf eine ausgeglichene Belastung beim Kauen zu richten. Überhöhte und/oder fehlgeleitete Kaukräfte führen zu einer Lösung des Implantat-Knochen-Verbundes mit nachfolgender Lockerung.
Gelegentlich sind im Rahmen der Nachschauten kleinere zahnärztliche Eingriffe notwendig: Implantatreinigung, Wiederbefestigung gelockerter Prothesenteile, Schraubenwechsel, Behandlung einer Zahnfleischentzündung. Diese kleinen Reparaturen sind für den Patienten wenig belastend und müssen nur ausnahmsweise unter örtlicher Betäubung vorgenommen werden.



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