Jac­ques Joseph - Pio­nier der Schönheitschirurgie

MPower223 – fotolia.de

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Auch in der frü­hen Wei­ma­rer Zeit war eine häss­li­che Nase man­chen Men­schen ein Dorn im Auge und wurde sogar in Lie­dern besun­gen. Um 1896 herum ope­rierte Joseph die ers­ten Nasen und war damit Pio­nier der Schön­heits­chir­ur­gie. 1916 wurde er zum Lei­ter der neu gegrün­de­ten Abtei­lung für Plas­ti­sche Gesichts­chir­ur­gie an der Cha­rité beru­fen. Zuvor hatte der eigent­lich auf Ortho­pä­die spe­zia­li­sierte jüdi­sche Arzt nicht nur einem jun­gen Guts­be­sit­zer die Nase ver­klei­nert, son­dern auch so man­chen Pati­en­ten mit Segel­ohren, oder zu gro­ßen und unför­mi­gen Nasen zu einem glück­li­che­ren Leben verholfen.

Jac­ques Joseph wurde am 6. Sep­tem­ber 1865 im preu­ßi­schen Königs­berg als Sohn des Rab­bi­ners Israel Joseph und des­sen Frau Sara gebo­ren. Im Anschluss an sein Medi­zin­stu­dium in Ber­lin wollte er zunächst Chir­urg wer­den. Des­halb begann er 1892 eine Tätig­keit an der Ber­li­ner Uni­ver­si­täts­po­li­kli­nik in der ortho­pä­di­schen Chir­ur­gie. Dann jedoch suchte ihn die Mut­ter eines klei­nen Jun­gen mit abste­hen­den Ohren auf. Nach­dem sein Vor­ge­setz­ter in der Kli­nik den Ein­griff ablehnte, half Joseph dem Kind heim­lich mit einer neuen Operationsmethode.

Für seine Schön­heits­ope­ra­tio­nen ent­warf Joseph sogar eigene Ope­ra­ti­ons­in­stru­mente. 

 “Der Joseph” ist eine Art fei­nes Ras­pa­to­rium, ein Instru­ment, mit dem sich die Schleim­haut beson­ders leicht vom Knor­pel in der Nasen­schei­de­wand tren­nen lässt. Es gibt aber auch den “Jose­ph­ha­ken” sowie ein “Joseph-Nasenmeter”. 
Eine große Her­aus­for­de­rung für Joseph wurde die Wie­der­her­stel­lung der Gesichts­ver­letz­ten des Ers­ten Welt­kriegs. Die Wie­der­her­stel­lung die­ser teils schreck­lich ent­stell­ten Gesich­ter gelang dem Schön­heits­chir­ur­gen so gut, dass Kai­ser Wil­helm II. ihm eine Pro­fes­sur für plas­ti­sche Chir­ur­gie an der Ber­li­ner Cha­rité anbot – aller­dings unter einer Bedin­gung: Joseph hätte zum Chris­ten­tum kon­ver­tie­ren sol­len. Doch “Nasen­jo­seph” lehnte ab. Vier Jahre spä­ter bekam er sowohl den Pro­fes­so­ren­ti­tel als auch das Eiserne Kreuz für seine Leis­tun­gen ver­lie­hen. In der Wei­ma­rer Repu­blik war Dr. Joseph einer der bekann­tes­ten Schön­heits­chir­ur­gen weltweit.

Bei der Bezah­lung der Ein­griffe ließ Joseph ein eige­nes Prin­zip wal­ten: Die Pati­en­ten zahl­ten nach ihren Ver­mö­gens­ver­hält­nis­sen. Auch der Cha­rak­ter der Pati­en­ten spielte bei der Behand­lung eine Rolle. So wollte Joseph stets wis­sen: ‘Wün­schen Sie eine kecke Nase, oder eine intel­li­gente, eine kokette oder eine energische?”

Am 12. Februar 1934 starb Jac­ques Joseph an einem Herz­in­farkt. Drei Tage spä­ter wurde er auf dem jüdi­schen Fried­hof in Berlin-Weißensee beer­digt – oder viel­mehr: ver­scharrt. Denn in der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus errich­tete nie­mand einem jüdi­schen Arzt ein Denk­mal. Dies erklärt auch, warum Joseph so wenig bekannt ist.

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